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Wer am Strand sein Handy ablegt und danach feststellt, dass sich Sand an einer bestimmten Stelle festsetzt und nicht mehr abwischen lässt, hat meist kein schmutziges Gerät, sondern ein physikalisches Phänomen vor sich. Genau das lässt sich an manchen Stränden im Südwesten von Kos beobachten.
Warum Sand überhaupt am Handy kleben bleibt
Moderne Smartphones enthalten mehrere kleine Magnete, unter anderem in den Lautsprechern, im Kameramodul für die Bildstabilisierung und bei neueren iPhones zusätzlich im MagSafe-System auf der Rückseite. Normaler Sand aus Quarz oder Kalk hat damit nichts zu tun, er ist nicht magnetisch und würde einfach abfallen. Anders sieht es aus, wenn der Sand Magnetit enthält, ein natürliches Eisenoxid, das sich tatsächlich von Magneten anziehen lässt. Genau dieser Effekt sorgt dafür, dass feine schwarze Sandkörner an der Stelle kleben bleiben, an der im Handy ein Magnet sitzt, während der Rest des Sandes ganz normal abfällt.
Woher der Magnetit auf Kos kommt
Kos wirkt auf den ersten Blick nicht wie eine vulkanische Insel, ist es geologisch aber durchaus. Vor rund 161.000 Jahren fand hier einer der größten bekannten Vulkanausbrüche der Ägäis statt, der sogenannte Kos Plateau Tuff, dessen Ablagerungen bis heute große Teile der Insel prägen. Hinzu kommt die Nähe zur aktiven Vulkaninsel Nisyros, nur wenige Kilometer südlich. Vulkanisches Gestein enthält häufig Eisenverbindungen, die beim Erkalten der Lava zu Magnetit kristallisieren, genau das Mineral, das für magnetischen Sand verantwortlich ist. Erosion und Wellenbewegung reichern diesen schweren, dunklen Sand über die Zeit an bestimmten Küstenabschnitten an, während heller, nicht magnetischer Sand eher weggespült wird.
Wo man es wahrscheinlich beobachten kann
Am ehesten passt das zur Gegend um Kefalos im Südwesten der Insel. Dort finden sich mehrere Strände mit auffällig dunklem, teils schwarz glänzendem Sand, etwa am Lambi Beach oder in der Nähe der Volcania Beach, deren Name schon auf den vulkanischen Ursprung verweist. Ich kann nicht mit Sicherheit sagen, dass genau dort dein Handy klebrig wurde, das würde ich so auch nicht als gesicherte Tatsache in einen Artikel schreiben, aber es ist die Region auf Kos, die geologisch am ehesten dazu passt.
Selbst nachprüfen
Wer das Phänomen gezielt testen will, braucht keinen Laborausrüstung, ein einfacher kleiner Magnet reicht, etwa aus dem Baumarkt oder von einem Kühlschrankmagneten befreit. Über eine Handvoll dunklen Sand gehalten, zieht ein solcher Magnet die magnetitreichen Körner sichtbar heraus, während der Rest liegen bleibt. Am Strand selbst braucht man dafür nicht einmal einen extra Magneten mitzubringen, das eigene Handy reicht, wie du ja bereits selbst herausgefunden hast.
